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Schwäbisch Hall

Kunstsinn und Bürgerstolz haben Großes geschaffen in dieser Stadt. Liegt es daran, daß sie sich wie ein Bühnenbild aufbaut, daß alles hier mächtiger, größer, fast möchte man sagen grandioser erscheint als anderswo? Daß das Mittelalter noch stärker präsent als in den anderen Städten des Landes, die Mauern und Quadern, selbst die Pflastersteine noch ursprünglicher, gröber zu sein scheinen?

Die Michaelskirche mit ihrer Freitreppe, seit 1925 Schauplatz der Schwäbisch Haller Freilichtspiele, der davorliegende Marktplatz auf dem seit 200 Jahren alljährlich das Fest der Haller Salzsieder stattfindet, die staufische Keckenburg in der sich heute das Städtische Museum befindet, die Comburg, ehemaliges Benediktiner Kloster aus dem 11. Jahrhundert, sie alle sind lebendige Zeugen einer reichen und wechsel-vollen Geschichte. Schwäbisch Hall hat seinen Namen vom altdeutschen Hal, dem Wort für Salz.

Die Stadt verdankt dem Salz - sprich den Solequellen am Kocherknie - nicht nur ihren Namen, sondern auch ihren Reichtum. Salz konnte zwar nur im Sommer - und dies auch nur wenige Wochen lang - gesotten werden, aber dies reichte aus um Schwäbisch Hall wohlhabend zu machen. Das feine weiße Haller Tafelsalz war in ganz Deutschland begehrt und ließ den Stadtsäckel anschwellen bis 1802, durch den Friedensschluß von Lunéville die Stadt, wie Schwäbisch Gmünd und viele andere ehedem freie Reichsstädte, an den Württembergischen König fiel und die wichtigste Einnahmequelle zu versiegen begann.

Als auch in Jagstfeld, Wimpfen und Offeneuern Salinen eröffnet wurden, schien der Niedergang endgültig besiegelt. Zwar erbaute man 1827 das erste Solebad Deutschlands, aber dies vermochte den Lauf der Dinge auch nicht aufzuhalten. Für viele Haller war der Verlust der Solequellen die schlimmste Schmälerung seit dem 30-jährigen Krieg, und manche teilen heute noch die Zeit vor und nach 1802 ein. Dennoch hat Hall nichts von seiner Schönheit und Anziehungskraft verloren. Man geht pfleglich und sorgsam mit dem was man hat um und weiß, wie früher schon, zur Freude Einheimischer wie Fremder, gut mit seinem Pfund zu wuchern.